Schulkrimi Nr.2
Tja, der Lehrer steckt nicht in ihnen
Vorgeschichte
Wir erinnern uns noch genau an die Zeit, als wir aufbrachen um den Verantwortlichen zu finden und ihn zu stellen.
Und weil wir sozusagen alles aus erster Hand mitbekommen
hatten, bat uns unsere ehemalige Deutsch-Lehrerin alles aufzuschreiben und nichts auszulassen, alles so genau
aufzuschreiben wie es sich zugetragen hatte.
Niels war damals dabei und auch der ohne "ie", ebenfalls Fabien und auch Till dürfen wir nicht vergessen.
Ach ja, da wären noch Sofie und Katharina, kurz Kathi. Doch die beiden Mädchen schreiben hierbei nicht mit.
Kathi starb vor Jahren bei einem Motorradunfall und Sofie ist schon lange unauffindbar.
Ein Zeichen? Werden auch Fabien, Niels oder gar Till eines Tages verschwinden? Nein! Doch sollte das eintreten, haben
wir jetzt vorgesorgt, wir werden nun das ganze Geschehen chronologisch wiedergeben. Wir teilen es in die 4 Wochen, in denen alles passierte.
Doch genug der Quatscherei, meine Freunde nächste Woche geht es los.
Kapitel 1
1.Woche
Alles begann, als wir noch in der 7. Klasse waren: 7x2!
Eines Tages gingen wir morgens in die Schule wir glauben dies in den März oder April 2006 einordnen zu können und
fanden die gesamte Jungentoilette (unser Klassenraum war damals direkt gegenüber) überschwemmt vor. Das Gerücht
kam auf, dass jemand einen Stein auf die Spülung gelegt hatte; Doch das erwies sich bald als Irrtum,
weil einer von uns unseren Hausmeister Herrn Last, ihn ereilte später
das gleiche Schicksal wie vielen unseren Lehrern, fragte, ob dies denn so sei, doch er schaute nur fragend und antwortete
kurz und knapp, so wie es seine Art
war,: "Nein, einfach nur `n Rohrbruch!"
In der Woche folgten Heizungs- und Lichtausfälle und noch so manches, was wir uns damals nicht erklären konnten.
Doch eine Sache trieb alles, was wir in den ersten drei Tagen erlebt hatten auf den H¨hepunkt. Es begann in der zweiten Stunde.
Wir hatten Mathe. Frau Uhl. erklärte Formvariablen , als sich die Klasse gerade in den Schlaf lullte. Ein greller Schrei
riss uns alle aus den Schlaf: " FEEEUUUEER!" Feueralarm brach aus. Ring-:-Ring-:-Ring Frau Uhl. schrie nur noch: " In einer
Reihe aufstellen!" Trotz dieses Befehls war die halbe Klasse schon auf den Flur geströmt.
Schülermassen
drängten sich durch die Flure und es galt Darwins Prinzip: "Der Stärkere gewinnt!"
Alle schoben sich hinaus. Wir rannten, wie der Großteil der Schüler, weg. Weg von der Schule, zur Bushaltestelle.
Uns fuhren Feuerwehrautos entgegen, doch wir starrten nicht wie früher, als wir noch kleine Kinder waren hinterher-
nein, wir rannten vor ihnen weg, auf und davon, nach Hause.
Am nächsten Morgen trauten sich nur einige in die Nähe der Schule. Keiner von unserer Truppe wusste nachher,
warum Massenpanik ausgebrochen war. Warum war die Situation so eskaliert? Weshalb? Wieso? Bei den Übungen war so
etwas nie passiert! Hatte es überhaupt gebrannt? Keiner von uns hatte Flammen gesehen. Wir Sechs wussten damals
noch nicht, dass uns alle dieselben Gedanken quälten, während sich jeder alleine am nächsten Tag in die
Schule schlich. War alles geplant gewesen? Waren die lauten Schreie nur Teil einer Show gewesen? Und wenn, wer steckte
dahinter? Wer könnte so grausam sein und das alles planen?
Nein, da steckte niemand dahinter. Wir hatten zu viele Krimis im Fernsehen geschaut! Nein, es hatte wirklich gebrannt
und wir würden gleich einen Haufen Asche vorfinden.
Doch wir fanden keine Asche.
Die Schule stand unversehrt da. Nur ein Wimmern der Schulglocke war zu h¨ren: Feueralarm! Ring-:-Ring-:-Ring Ein
Bogen Papier war mit der Handschrift von Frau Bütow an die Tür unserer Paukanstalt geheftet: Freitag bleibt
die Schule geschlossen. Montag findet wieder der reguläre Unterricht statt. i.A. Bütow Till entdeckte sogar, dass unser Hausmeister verzweifelt in der Schule herum lief.
War denn der Strom nicht in den Griff zu bekommen? War Herr Last kein erfahrener Hausmeister, dass er den Feueralarm nicht
hätte ausstellen können? War er nicht seit Sommer `94 an der Schule und wusste nicht wie man den Alarm unterbindet?
Ring-:-Ring-:-Ring
Was hatte das alles zu bedeuten?
Fortsetzung folgt nächste Woche
2. Woche
Montag
Als wir am Morgen des Montags wieder vereint in unserer Clique in die Schule kamen, trafen wir gleich unseren seltsamerweise vollkommen
aufgelösten Hausmeister Herrn Last, der so verwirrt wirkte, dass wir ihn tatsächlich fragten: „Guten Morgen, Herr Last.
Wie geht`s ihnen?“
„Morgen,…ähm…Dingsbums…“Er schaute durch uns durch, als ob er in eine ferne Welt sehen würde.
Dennoch sprach er weiter: „Ja,…ja,…hallo, Kinder!;… das waren keine normalen Kisten, das waren …äh…“ Er schien plötzlich
aus einer Traumwelt zu erwachen. „Was wolltet ihr?“,
fragte er, als sei nichts geschehen. „Herr Last, gab es eigentlich noch weitere Vorfälle am Wochenende?“, fragte ihn Nils.
Doch kaum hatte er geendet, schielten Herr Lasts Augen kurz, bevor sie wieder in die vorherige Starrheit verfielen. „Was,…äh…
ja, nein, vielleicht,….Nein!!! Wies
Alte, rief: „Bis denne, Leute! Gleich kommen die neuen Heizungsrohre, ich muss dann!“ Wir beobachteten misstrauisch, wie der
kleine Mann humpelnd den Gang entlanglief und wir warteten noch einen Augenblick, bis er um die Ecke bog.
Als er abgebogen war, schauten wir uns an. Obwohl jedem das Gleiche durch den Kopf ging, fiel kein Wort.
Warum war Herr Last plötzlich so verwirrt? Weshalb nannte sie Herr Last auf einmal „Kinder“? Das hatte er noch nie getan.
In welchem Zusammenhang stand er mit den Heizungs- und Lichtausfällen? Und was noch viel schlimmer war: Wusste er von der
Attacke mit dem Feueralarm? War er für die Massenpanik verantwortlich? Wollte er mit seinem Getue eben nur bewirken, dass
wir glaubten, jemand habe ihm etwas angetan? Wurde ihm etwas angetan? Oder hatte er nur schlecht geschlafen? -Ja, er musste
wohl schlecht geschlafen haben, schließlich war er ein viel beschäftigter Hausmeister. - Nein, wie sollte er denn
hinter einer Massenpanik stecken.
Und so gingen wir unberührt- na ja, vielleicht nicht ganz- in unser Klassenzimmer Raum 118. Wir hatten, wie so
oft Französisch bei Herrn Photo wie wir fanden. Er quasselte über französische Katzen, die auch durch
die Nase sprechen und entließ uns schnell auf den Hof
Dort versperrte ein großer VW- Transporter uns den Weg zum hinteren Teil unseres Hofes. Wir hatten genug Zeit auf die
gülden schimmernden Lettern zu starren, die auf dem Van gedruckt waren:
STANISLAV
HeIzUnGsRoHr
Gute Preis / Guter Fleiß
Bei Fragen: O3O- 5600 48 48
Das Auto hatte, trotz der deutschen Aufschrift, ein polnisches Autokennzeichen, was wir leider nicht bemerkten, weil der
Heizungsmonteur bereits unser Aufsehen erregte. Es war ein kräftiger Mann von Mitte 30, der eine alte Latzhose trug,
genauso wie wir sie von Peter Lustig kennen. Sein Blick war starr. Als sich der Mann in den Van setzte, schrie er auf
einmal in wildem polnische Akzent dem dicken Fahrer zu, dass er endlich losfahren solle. Der Transporter brauste los.
Leider hielten wir damals das leise Klopfen, welches aus dem Van zu uns hinüber drang, für den startenden Motor.
Was hatte das alles zu bedeuten?
Fortsetzung folgt nächste Woche
Schulkrimi, Tja, der Lehrer steckt nicht in ihnen, Kapitel 3
2. Woche
Dienstag-Freitag
Am nächsten Morgen sahen wir sofort, dass etwas nicht stimmte.
Die Tür des Haupteingangs war aufgebrochen und das Holz der alten Tür war auseinander gesplittert. Herr Photo
untersuchte sie gerade, als wir alle ankamen.
„Warum reparieren Sie die Tür und nicht Herr Last?“, fragten wir ihn. „Herr Last ist verschwunden“,
sagte er beiläufig, als er plötzlich erstarrte und so aussah,
als hätte er etwas Falsches gesagt. „Das, mit Herrn Last war nur ein kleiner Scherz…Ha! Ha!“ Er lachte gezwungen.
Wir gingen an ihm vorbei und taten so, als hätten wir nichts gehört.
Gleich in der nächsten Pause wollten wir zu Frau Bütow und so tun, als ob wir wissen wollten, wo Herr Last
steckte, weil Fabien und Till Hofdienst machen sollten;
Doch nur eine kleine Notiz hing an dem Eingang des Büros: Wegen eines Krankheitsfalls, bleibt das Sekretariat
vorübergehend geschlossen.
Lischka „Auch das noch!“ Und wieder schauten wir uns so an wie am Vortag.
War Frau Bütow verschwunden? Und mit ihr Herr Last? Würden noch weitere Erwachsene sich in Luft auflösen?
Nein, purer Zufall konnte das alles nicht mehr sein. Jemand musste das alles verursachen. Oder nicht?
Ein leises klackerndes Geräusch offenbarte uns, dass Herr Krenoschinski im Anmarsch war. „Was sucht ihr den hier?“,
sagte er mit seiner typisch unwirklich samtigen Stimme
„Ihr verstoßt gerade gegen die Schulordnung, meine Lieben.“
Er verzog seinen Mund zu seinem Grinsen. „Raus mit euch, bevor ich mir eure Namen notiere!“
Der Tag zog sich in die Länge und wir versuchten uns miteinander ein Bild von der Lage zu machen. Es musste dahinter
jemand stehen, weil es einfach kein Zufall sein konnte.
Herr Last konnte nicht erst verwirrt und anschließend weg sein.
Am Mittwoch waren die Ereignisse nun auch bis zum letzten vorgedrungen, so dass wir in der dritten Pause selbst von einem
hektischen Fünftklässler erfuhren, dass
eine ungemein schlimme Verschwörung seine Bahnen zog. Eines jedoch war uns neu, dass Herr Photo hinter all dem steckte.
Als uns der Fünftklässler verließ und Niels mit „ie“ ihn mit „Tschüss, Zwerg!“ verabschiedete, musste
er sich den bösen Blicken Kathis und Sofies entziehen,
die sich schon immer für die Rechte der „Kleinen“ einsetzten. . So waren wir alsdann auch bald wieder beim Thema.
Herr Photo ein Verschwörer? War er tatsächlich so kriminell, dass er Lehrer verschwinden ließ?
Würden wir es ihm zutrauen? Ja, das würden wir! Und wer auch immer diese Information unserem Bericht
angefügt hatte, musste Recht haben! War es nicht Herr Photo, der am
gestrigen Morgen die Tür untersuchte?
„Der Heizungsmonteur!“, schrie Nils mit nur einem „i“, als wäre es die größte Erkenntnis. „Ja,
was ist mit ihm?“, wunderte sich Sofie. „Er hat eine Brechstange vergessen.“, meinte Nils. Und da sahen wir ihn
eine kleine, silberne Brechstange aufheben.
Der Tag verging und mit jeder Pause wurde die Stimmung hektischer unter den Schülern. Die Schüler
sammelten sich mehr und mehr in kleinen Gruppen zusammen, so dass man bald regelrecht die Angst verspürte, die sich auf dem Schulhof breit machte. Und so kam bereits in der 4. Pause ein Zettel an das Schwarze Brett: Liebe Schüler, da sich seit geraumer Zeit Gerüchte in der Schuler breit machen, hat die Schulleitung nun beschlossen, morgen, Donnerstag, all das aufzuklären, was im Moment in aller Munde ist. In der ersten Stunde erwarten wir die Klassen 5-8 in der Aula. Alle älteren Schülerinnen und Schüler werden in der zweiten Stunde erwartet. Mit freundlichen Grüßen, Lischka.
Am nächsten Tag befanden wir uns dann in der Aula. Eine leichte Unruhe machte sich breit,
als Herr Lischka nach fünf Minuten immer noch nicht erschienen war.
Doch kaum war Ruhe eingekehrt, betrat Herr Lischka die Aula mit großen Schritten. „Liebe
Schülerinnen und Schüler, wie Ihr alle wisst, sind unter euch Gerüchte aufgekommen,
die besagen, dass Herr Last sowie Frau Bütow verschwunden seien. Hierzu kann ich jedoch euch
versichern,…“ begann er, doch Herr Krenoschinski huschte über die Bühne und
flüsterte ihm einige Worte zu. Daraufhin entschuldigte sich Herr Lischka,
um mit Herrn Krenoschinski nach draußen zu gehen.
Minute um Minute verging und Herr Lischka befand sich immer noch nicht wieder in der Aula.
Ein heller Schrei ertönte plötzlich vom Flur und drang in die Aula.
Herr Photo kam mit entsetzter Mine in die Aula gestürzt und schrie etwas, was keiner verstand.
Er bat die wenigen Lehrer, die noch da waren, hinaus und kurz darauf erklang die Stimme von
Herrn Krenoschinski in der Halle.
Er redete etwas davon, dass wir einen weiteren Tag Schulfrei hätten.
Panik brach aus. Alle Schüler stürzten zu ihrer Schultasche, um die Schule eiligst zu verlassen.
Was hatte das alles zu bedeuten?
Was hatte das alles zu bedeuten?
Fortsetzung folgt nächste Woche
Schulkrimi, Tja, der Lehrer steckt nicht in ihnen, Kapitel 4
3. Woche
Nachdem wir auch das nächste Wochenende hinter uns hatten, gingen wir wieder in unserer kleinen Gruppe zur
Schule.
Wir kamen in die Klasse und unsere beiden Schulkameraden, deren Eltern Elternsprecher waren, hielten
schon einen Brief in ihren Händen: +++Eilmeldung+++ Sehr geehrte Elternsprecher,
wir bitten Sie am folgenden Mittwoch zu einer Gesamtelternkonferenz zu erscheinen. Wir entschuldigen uns,
dass diese Nachricht erst so spät kommt.
Unsere Themen werden sein:
1.Vorkommnisse an der HWO
- Bericht von Herrn Photo
- Bericht von Herrn Krenoschinski
2. Verschiedenes
Mit freundlichen Grüßen
i.A. Weber
Der Gesamtelternvertretungsvorsitzende
Die beiden verschlossen nun sorgfältig den Brief, um bei ihren Eltern, den Elternsprechern, nicht den Anschein zu erregen,
dass sie den Brief bereits gelesen hatten.
Der Tag lief dahin, als wäre er flüssige Butter und er war schnell verbracht.
Der nächste Tag war noch flüssiger und es war nichts zu beanstanden, was hätte auffällig sein können.
Es war fast so, als würde alles seinen gewohnten Gang nehmen. Die Sonne schien und niemand war mehr in Gedanken bei
Herrn Last oder gar bei Frau Bütow.
Alles schien normal.
Und so waren wir sehr verwundert, dass uns am Donnerstag ein ganzer Polizeitrupp entgegenkam. Ein besonders alter
Polizeiwagen stand in der Auffahrt und ein großer Polizist, der uns irgendwie bekannt vorkam, ging mit großen
Schritten auf uns zu, begrüßte uns knapp und sagte uns mit starkem polnischen Akzent, dass wir die Schule
nicht betreten könnten. „Warum?“, fragte Fabien fassungslos. Der Polizist meinte etwas davon, dass er es
ihnen nicht sagen dürfte. Die Stimme kannten wir doch! Wer war das? Er sagte, nachdem wir ihn immer noch
fassungslos anstarrten, dass wir vorläufig schulfrei hätten und nun nach Hause gehen sollten.
Wir taten, wie es uns geheißen worden war. Doch kaum entfernten wir uns zwei Schritte von der Schule,
sahen wir, eine Gestalt, die sich lässig an eine Laterne lehnte.
Es war Herr Photo.
Was suchte er denn hier? War er uns die ganze Zeit gefolgt? Hatte er uns die ganze Zeit
beobachtet? „Ihr würdet wohl gerne wissen, was passiert ist? Oder nicht?“, begann er. „Die Gesamtelternkonferenz
ist verschwunden. Nur Herr Krenoschinski und ich konnten uns retten!“
Und kaum hatten wir nur geblinzelt, stieg er in einen flotten Porsche. „Ich zähl auf euch!“ Hatte er
das wirklich gesagt, als er ins Auto stieg? Nein, hatte er nicht, nur der Wind. „Findet ihr es nicht komisch, dass er uns das sagt?“,
fragte Sofie. „Ach Quatsch, er hat doch nichts gesagt!“, rief Till ungläubig in die Menge. Hatte er etwas gesagt?“
Was hatte das alles zu bedeuten?
Fortsetzung folgt nächste Woche
Schulkrimi, Tja, der Lehrer steckt nicht in ihnen, Kapitel 5
4.Woche
„Mist die Schule wird immer noch bewacht“, flüsterte Fabien, als wir die Schule um 21:00 Uhr erreichten.
„Was machen wir jetzt?“, fragte Kathie. „Warte, ich habe eine Idee“, sagte Nils, während er ein Funkgerät
aus dem Rucksack zog, „Was soll das denn?“, fragte Fabien. „Das werdet ihr
gleich sehen“, antwortete Nils. Während Nils am Funkgerät herumexperimentierte, beobachteten die anderen
die gelangweilten Beamten. „Ich hab’s“, sagte
Nils
und begann seinen Funkspruch.„Hier Kommissar Müller, wir haben eine unangemeldete Demonstration auf dem Hohenzollerndamm.
Schickt uns alle Leute,
die ihr entbehren könnt“, orderte Nils mit verstellter Stimme an. Als ¾ der Besatzung abgezogen waren, konnten wir uns über
die Auffahrt durch den Hintereingang ins Schulgebäude schleichen. Wir beschlossen uns aufzuteilen, um die Schule schneller
nach Hinweisen oder den Täter selbst zu
durchsuchen. Nils und Kathi sollten den naturwissenschaftlichen Trakt durchsuchen, Till und Sophie die dritte und die zweite
Etage und Niels und Fabien das Erdgeschoss und die erste Etage. „Wir treffen uns dann im Aufenthaltsraum.“ Zustimmend verteilten
wir uns im dunklen Schulgebäude, ohne Taschenlampen anmachen zu können, da sie sonst von der Polizei entdeckt worden wären.
Kathi und Nils hasteten den Flur entlang.
Würde es ihnen gelingen den Täter zu fassen? Waren sie am Ende die
Siegertruppe? „Hast du auch
etwas gehört?“, fragte Kathi ängstlich. „Nein, aber ich habe etwas gesehen, schau doch da oben“, flüsterte Nils
ebenfalls ängstlich. „Sollten wir nicht
lieber umkehren?“ fragte Kathi. „Nein“, sagte Nils entschlossen. „Lass uns erst mal nachsehen wer es ist!“ Vorsichtig
schlichen sie die Treppe hoch. Seltsamer Weise bewegte sich die Person nicht.
Als Mondlicht auf die Gestalt fiel, brach Kathi in schallendes Gelächter aus: „Es ist doch nur unsere Biologiepuppe Hugo.“
Plötzlich vernahmen sie ein Geräusch und drehten sich erschrocken um. Eine große Gestalt kam hastig auf sie zu.
„Hast du ein Schrei gehört?“, fragte Till. Sophie nickte: „ Lass uns schnell zum Treffpunkt gehen!“ Als sie keuchend am
Aufenthaltsraum ankamen, erblickten sie Niels und Fabien. „Ihr habt den Schrei wohl auch gehört.“ „ Ja, das haben wir“,
antwortete Niels.
„Habt ihr schon etwas gefunden?“, fragte Sophie. Sie schüttelten die Köpfe. „Wo haben wir noch nicht gesucht?“,
überlegte Till scharf. „Hmmm...im Keller“, stellte Fabien fest. „Na klar, los lasst uns gehen!“
Was hatte das alles zu bedeuten?
Fortsetzung folgt nächste Woche
Schulkrimi, Tja, der Lehrer steckt nicht in ihnen, Kapitel 6
Langsam stiegen sie die Treppe runter bis sie den Heizungsraum erreicht hatten. Till öffnete gemächlich die Tür und
alle Vier traten in den Raum.
Die Tür flog zu und sie vernahmen ein klirrendes Geräusch. überrascht drehten sie sich um. Die Klinke war abgefallen.
„Scheiße! Wie sollen wir hier
wieder raus?“, fragte Sophie. Prüfend untersuchte Niels die Wand und entdeckte einen Hebel.
„Hey, schaut mal was
ich gefunden habe!“ Er zog am Hebel
und plötzlich tat sich ein Gang vor ihnen auf. „Das ist unsere letzte Chance“, bemerkte Till. Entschlossen traten alle
Vier in den dunklen Gang, als plötzlich eine Gestalt aus dem Schatten kam und durch den Tunnel auf sie zuschlenderte.
Als erstes ging ihnen durch den Kopf, dass es Herr Photo
sein könnte, doch er war es nicht, auch nicht Fr. Uhlitz und Herr Thorey, es war Herr Krenoschinski. Mit einem schiefen
Lächeln beschleunigte
er seinen Schritt, so dass er auf sie zugerast kam und sie nur noch aus dem Weg springen konnten. Sie wollten fliehen,
doch sie stießen auf den
Heizungsmonteur, dem sie schon einmal begegnet waren.
„Das habt ihr nun von eurer Schnüffelei“, sagte Herr Krenoschinski.
Grinsend scheuchte der Monteur die
ängstlichen in den Tunnel, als er plötzlich innehielt und nach vorne kippte. Hinter ihm stand Herr Photo, der mit
einer Brechstange bewaffnet war. „Wie...Wie sind sie hier hereingekommen!?“, fragte Herr Krenoschinski stockend. „Das
wüssten sie wohl gerne, Herr Kollege.“
Der falsche Lehrer hatte sich wieder
gefasst und zog Sophie an sich heran. „Eine falsche Bewegung und sie stirbt“, schrie Herr Krenoschinski, während er
mit einem Messer herumfuchtelte.
Herr Photo ließ die Stange fallen. „Gut, so“, sagte Herr Krenoschinski „und jetzt langsam
an die Wand zurückweichen!“ Gehorsam tappten sie zurück doch kurz bevor sie die Wand erreichten, stolperte Herr Photo.
„Jetzt ist`s vorbei“, dachten alle, doch kurz bevor Herr Photo aufschlug, warf er einen kleinen
Behälter durch die Luft und noch bevor Herr Krenoschinski reagieren konnte, explodierte der Behälter, ein
letztes „Ahhhhh“ ertönte, Herr
Krenoschinski kippte betäubt um und ließ das Messer fallen. Herr Photo sprang auf, griff sich die Brechstange und
schlug den Heizungsmonteur, der sich wieder aufgerichtet hatte, nieder.
„Woher haben sie dieses Ding?“, fragten sie. „Hab ich im Gebüsch gefunden!“ Ihnen ging ein Licht auf!
„Ich bin übrigens vom BKA und Herr Krenoschinski ist ein Schmuggler aus der Botschaft gegenüber“,
erwähnte er beiläufig. „ Wir beobachten ihn schon lange und da war es meine Aufgabe im
richtigen Moment zu zuschlagen. Gleich wird das SEK ankommen und wir stürmen die Botschaft“, sagte
Herr Photo. „Was sollen wir jetzt machen?“, fragte Sophie. „Kommt mit“, seufzte Herr Photo.
Leise gingen sie in die verlassene Botschaft, wo im Foyer ein Brunnen plätscherte. Auf einmal
vernahmen sie ein flackerndes Geräusch, das von oben näher kam. Nun gingen im Haus Lichter
an und wilde ausländische Befehle halten durch das Gebäude.
Jetzt geschah alles ganz schnell. Während ein schwerer Geländewagen das halboffene Tor
durchbrach, ließen sich ein halbes Dutzend Scharfschützen auf das Dach fallen.
Nachdem der Botschafter
eine schwere Schusswunde an der Schulter erhalten hatte und zwei weitere Schmuggler reglos am Boden lagen, ergab sich der Rest.
Die Kinder, Herr Photo und zwei Beamte rannten in den Keller, wo die Vermissten vermutet wurden. Und
tatsächlich fand man alle in einem mehr oder weniger guten Zustand. Freudig wurden die Gefangenen
befreit und als wir wieder Sechs waren, bedankten wir uns bei Herrn Photo und er begann sofort uns zu
erklären, was hier eigentlich los sei:
„Die Mitglieder der Botschaft und Herr Krenoschinski sowie
die Heizungsmonteure waren Drogenschmuggler.
Ich wurde deshalb in eure Schule eingeschleust. All die Leute die verschwunden sind, haben die Polen bei
ihren illegalen Machenschaften ertappt.
Also mussten sie verschwinden. Jetzt wo die Täter gefasst worden sind, werde ich wohl nicht weiter
unterrichten“, sagte Herr Photo. "ähm, noch einmal vielen Dank und auf Wiedersehen", sagte Niels.
»AIME,... JE T'AIME « , dichtete Herr Photo zum1000mal.
Alle brachen in schallendes Gelächter aus,
trotz des schlechten Witzes. „Herr Photo, wir sind ihnen zu Dank verpflichtet, doch möchte ich noch
erwähnen, dass ein Lehrer nicht in ihnen steckt!“, meinte Till offen.
Ein Regenbogen erschien und wir starrten an den Himmel.
Als wir uns wieder umdrehten, war
Herr Photo verschwunden.