Seit Jahren gibt es an unserer Schule eine Vielzahl von Aktivitäten im Rahmen der musischen Fächer.
Neben regelmäßig stattfindenden Musikabenden, bei denen von Rock bis Klassik alles zu hören ist, Auftritten der HWO- Big-Band, der "Blue Horns", den Theater-Aufführungen der Oberstufenkurse des Darstellenden Spiels, der häufigen Teilnahme am Arbeitstreffen Schultheater u.v.a.m. beteiligt sich die HWO seit einigen Jahren an dem Projekt Theater und Schule, kurz genannt TUSCH.
In einer dauerhaften Kooperation zwischen der Vaganten-Bühne und unserer Schule erhalten Schülerinnen und Schüler einen intensiven Einblick in den Theaterbetrieb. Vielfältige Angebote können von ihnen genutzt werden. Vor- und Nachbesprechungen mit Schauspielern und Regisseuren, Einblicke auch hinter die Kulissen, Besuche von Proben und Voraufführungen, Gespräche mit Schauspielern in unserer Schule sind nur einige der Möglichkeiten, die den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen und rege genutzt werden.
Ferner beteiligten sich die Schüler mit einer eigenen Produktion an den TUSCH-Theatertagen (s.u.) und nahmen an etlichen Sonderprojekten teil. Werkstätten, die die Berliner Bühnen zu verschiedenen Themenbereichen wie Theaterfotografie und Theaterkritik (Deutsches Theater), Beleuchtungs- und Tontechnik (Volksbühne), Musical (Theater des Westens) usw. anboten, wurden von unseren Schülern wahrgenommen. Einer der Höhepunkte war sicherlich ein Workshop zum Thema Tanztheater bei Sasha Waltz in der Schaubühne.
Noch immer gilt:
Die ganze Welt ist Bühne,
Und alle Frauen und Männer bloße Spieler.
(Shakespeare, Wie es euch gefällt)
Seit vielen Jahren gibt es bemerkenswerte Aufführungen und Theaterprojekte an der HWO. Ein Auszug aus dem Spielplan mag dies verdeutlichen .Ein neues Jahr ein neues Spiel ein neues Glück unsere Zusammenarbeit
mit der Vaganten-Bühne war spannend und inspirierend!
Eine Vielzahl neuer Projekte kennzeichnete die Partnerschaft.
Weiterhin ein "Renner" war der Besuch der Aufführung von "Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)". Schüler und Lehrer amüsierten sich über die originelle Umsetzung und die dynamische Spielweise.
Eine interessante Erfahrung für Schüler und Lehrer, wenn auch auf andere Weise, war der Besuch der Aufführung der Antigone mit anschließendem Gespräch mit den Schauspielern.
Ein Höhepunkt dürfte auch in diesem Jahr der Besuch einer
Vorstellung im Rahmen des Impro-Festivals gewesen sein. Als Freiwillige
gesucht wurden, um in der Pause ein Bühnenbild zu erstellen, fanden
sich zwei Schüler sofort bereit und entwarfen mit wenigen Kulissenteilen
ein interessantes Bild, das durch mehrere Schulbänke und ein Toilettenbecken
die Schauspieler zu umwerfenden Improvisationen herausforderte.
Ein besonderer Höhepunkt der Zusammenarbeit war sicherlich die
Teilnahme an den TUSCH-Tagen mit einer eigenen Produktion, ausgehend von
dem Theaterstück von Kenneth Lonergan This is our Youth.
Der Rückblick auf die erste Bühnenarbeit mit dem DS-Kurs gestaltete sich aus der Sicht der Schüler folgendermaßen:
Im ersten Semester unseres Kurses haben wir das Stück This is
our Youth in der Vaganten-Bühne angeschaut und uns mit der inhaltlichen
Problematik und der Inszenierung befasst. Einen besonderen Schwerpunkt
legten wir dabei auf Fragen des Status.
Aus praktischen Übungen und Improvisationen heraus entstand schließlich
eine Collage von Szenen, der Auszüge aus dem Originaltext als Grundlage
dienten. Diese Auszüge wurden von uns teils originalgetreu, teils
in Sinn und Aussage verändert, inszeniert. Wir beschlossen dann, unsere
Szenen in einen Zusammenhang zu bringen und bei den TUSCH-Tagen zu
präsentieren. Hierfür entwarfen wir noch zwei Rahmenszenen, um
die Sache rund zu machen, wobei diese eher abstrakt gehalten sind. Nach
mehreren Intensiv- und Einzelproben ist eine Szenenfolge herausgekommen
und wir waren zur die Aufführung bereit. Einen Tag vor der Premiere
hatten wir noch eine Probe auf der TUSCH-Bühne in der Pumpe, um
die Lichteinstellung zu machen und uns an die Größe der Bühne
zu gewöhnen.
Am Tag der Aufführung waren wir alle ziemlich aufgeregt,
schließlich war es für manche von uns das erste Mal, dass sie
auf einer Bühne vor fremdem Publikum spielten. Wir hatten besonders
Bedenken, ob man uns überhaupt verstehen würde, da die richtige
Lautstärke beim Sprechen noch unser größtes Problem war.
In Wirklichkeit war jedoch, wie sich am Aufführungstag herausstellte,
das Publikum das größere Problem: Es waren viele junge Jugendliche
anwesend, die teilweise Probleme hatten, sich auf die Aufführungen
zu konzentrieren. Doch während wir spielten, waren sie dann doch erstaunlich
ruhig und wir fühlten uns kaum gestört. Als wir unsere Aufführung
hinter uns hatten, waren wir erst einmal erleichtert.
Wir stellten aber auch fest, dass es eine sehr gute Erfahrung war,
und zwar in vielerlei Hinsicht, beispielsweise in Bezug auf den Teamgeist.
Wir hatten etwas auf die Beine gestellt, obwohl wir uns noch nicht lange
kannten. Aber auch das Verkörpern einer anderen Person auf der Bühne
war sicherlich ein interessantes Erlebnis. Dazu kommt, dass das Stück
bzw. der Titel sich auch auf uns bezieht, denn wir sind ja die Jugend,
somit konnten wir die angesprochenen Probleme teilweise gut nachvollziehen.
Ein paar Wochen nach unserer Aufführung kamen die Schauspieler
der Vagantenbühne, die in dem Stück This is our youth spielen,
zum Gespräch zu uns. Dieses Treffen war sehr interessant, denn
wir konnten viele Fragen zum Beruf und zur Ausbildung eines Schauspielers
stellen. Die Schauspieler haben uns erzählt, wie ihre persönlichen
Erfahrungen waren und wie speziell die Arbeit zu diesem Stück aussah.
Außerdem zeigten wir ihnen unser Stück und sprachen mit ihnen
darüber, wobei sie uns dann mehr Fragen stellten. Es war ein interessanter
Austausch und schön war auch, dass wir uns duzten, da die Schauspieler
ja nicht viel älter sind als wir.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass uns die Arbeit auf der
Bühne viel Spaß gemacht hat.
Und auch das neue Jahr verspricht viel Interessantes. Ein neuer Ds-Kurs
plant eine erneute Teilnahme an den TUSCH-Tagen mit einer Adaption des
provokanten Stücks von M. Kaufmann "Das Laramie-Pojekt". Welche Ideen
umgesetzt werden, wird die Zukunft zeigen
die Arbeit geht weiter.