Podiumsdiskussion zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen

Artikel zur Podiumsdiskussion vom 14. Juli 2017

von Noah Liebscher

Die Voraussetzungen waren gut – Klaus-Dieter Gröhler (CDU) und Tim Renner (SPD), der kurzfristig für Brigitte Zypries einsprang, trafen erstmals aufeinander.

Beide sind die Direktkandidaten ihrer Partei für den Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf und kämpfen um das Direktmandat für die Bundestagswahl am 24. September. Ob Gröhler es das zweite Mal in Folge erlangt, oder Renner ihm ernsthafte Probleme beschert, wird sich zeigen.

Klar ist jedoch: Die beiden saßen nicht ohne Grund so weit auseinander wie möglich.

Die beiden ModeratorInnen Luka Preibsch und Chisom Nweke (beide Q2) brachten die Veranstaltung souverän über die Bühne und wirkten sicher und vorbereitet.

Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte ein äußerst schlagfertiges Verhalten und wirkte sofort vertraut, vor allem bei der anfänglichen „Kennenlernrunde“, die ausschließlich aus privaten Fragen bestand.

Immer wieder lehnte sie sich zu ihrem Kollegen der CDU herüber und tauschte sich flüsternd mit ihm aus, während ein anderer sprach, scherzte sogar mit ihm.

Der vierte und letzte im Bunde der Politiker, Stefan Liebich (Die Linke), trat sehr offen auf. Auch auf die Frage, warum er eine „PlayStation“ besitze, reagierte er locker und nannte sie einen „Zeitvertreib zum Ablenken“.

Nach den privaten Fragen folgte eine Diskussionsrunde zu den Themen „Familie & Soziales“ und „Deutschland & die Welt“.

Diese endete mit einem Statement jedes Politikers zum G20-Gipfel in Hamburg vom 7. und 8. Juli und dem Satz „Wenn ich BundeskanzlerIn wäre…“, den jeder vervollständigen sollte. Gröhler beispielsweise würde die Politik von Kollegin und Bundeskanzlerin Angela Merkel fortführen wollen.

Als gelungenes Ende der Podiumsdiskussion konnten SchülerInnen im Publikum Fragen stellen, vier Fragen gab es für je einen Politiker zu beantworten.

Schließlich gab es noch Blumen, dann war alles abrupt vorbei – und die Aula leer – da die meisten die übrigen drei Minuten der Pause sinnvoll nutzen wollten.

Aus dem Rennen um das Direktmandat hat sich übrigens noch keiner verabschiedet – im Gegenteil. Es ist weiterhin offen und man kann gespannt sein, wie es am Ende ausgeht.